warneulich in werneuchen…

NACHTRAG zu WERNEUCHEN (28. Mai 2019):

bei der europawahl wurde die afd in werneuchen mit riesengroßem abstand die stärkste partei. der schön sanierte, sozioökonomisch durchaus wohlhabende, sehr nahe an berlin gelegene und gut erreichbare ort ist damit eine hochburg der unzufriedenheit. das durchbricht meine erklärungsmuster und macht mich ratlos.

die angst vor dem anderen, dem neuen; die abschottung; unzufriedenheit mit sich selbst

ursprünglicher post (19. April 2019)

…schön wars gewesen. alles schön da. kleine stadt, alte häuser schön saniert, marktplatz nett hergerichtet, schicke kirche, touristenfreundliche beschilderung, radwege, fußgängerwege. das hätte schöne bilder gegeben.

aber irgendwas kam mir seltsam vor. dachte nach. hmm, merkwürdig. der ort liegt ne halbe stunde von berlin entfernt, hat stündlich regionalbahnanschluss dorthin. in berlin blubbert alles über, zu wenig wohnungen, keine kita- und schulplätze, mieten explodieren. und und und. und in werneuchen gleich hinterm berliner stadtrand stagniert und schrumpft es. alle sind beschäftigt den status quo zu halten. einige verloren schon, einige verlieren. trotz sonnenschein strahlen die mir entgegen kommenden gesichter eher kater- als aufbruchstimmung aus.

passt alles nicht zusammen. hab keine erklärung dafür. aber vielleicht tun dies ja die bilder…

© Daniel Schrödl

13 thoughts on “warneulich in werneuchen…

  1. Dir lieben Dank für diese unglaublich gute Umschreibung des Gesehenen und Gefühlten! Deine fotografischen Streifzüge durch Athen und über die griechischen Inseln sind übrigens großartig und sehr inspirierend. Alles Gute weiterhin in Athen wünscht Daniel

  2. Die Enge der Kleinstadt ? Die Flucht ins pralle Leben ? Ist hier in Hamburg ähnlich : Erst die Stadt , dann der immer grössere Speckgürtel…auch Schlafstadt genannt und direkt anschliessend das sterbende Nichts…LG Jürgen

  3. So issett, Jürgen. Die Enge der Kleinstadt. Langeweile in der Freiheit. Verloren in Nähe…
    Leicht gestresste Dienstagmorgengrüße (Kind ein: Magen-Darm; Kind zwei: Erkältung; Frau: Stress auf Arbeit; ich: möglichst ruhig bleiben) aus dem Berliner Übergangsbereich Stadtzentrum-Stadtrand, Daniel

  4. Hallo Daniel,
    war es nicht immer schon so das die denen es eigentlich recht gut geht sich diffus bedroht fühlen (von wem oder was auch immer…es wird sich schon ein …Übeltäter… finden) während die denen es richtig schlecht geht trotzdem mehrheitlich demokratisch und solidarisch wählen ? So gesehen also keine Überraschung, eher die üble Bestätigung das jene gewählte Partei die Partei der ist die sich sich unabhängig von der Realität zu kurz gekommen fühlen …LG , Jürgen PS: Und wenn die (ex)Volksparteien so weiter machen wie an diesem Wochenende wird es bald noch mehr solcher Wähler geben….

  5. Ja, da hast du recht. Leider eine sehr gute Beschreibung und Erklärung für dieses Phänomen.
    Da man so vieles nicht rational erklären und verstehen kann, bleibt da wohl die Flucht in die Bilderwelt…
    ps: hoffe, der inseltrip richtung ostfriesland war gut und hatte hiddenseeähnliche züge (pferdeäpfel & sanddorn(grog))

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