bin weg!

© Daniel Schrödl

gitterstadt.

© Daniel Schrödl

das gitterhaus.

© Daniel Schrödl

von grüner natur und hängen gelassenen hasen (potsdam-schlaatz III).

natürlich steht der schlaatz (auch) für soziale probleme (armut, gewalt, alkoholismus, abgebrochene schulabschlüsse, anonymität, flüchtlingsunterkünfte…).

doch es fällt vor allem auf, dass hier viele menschen (ich traute mich allerdings nicht, diese so offensiv zu knipsen) einfach spaziergehen, herumlaufen, sich auf öffentlich plätzen aufhalten, sich treffen. und in allen sprachen miteinander kommunizieren. und es überall sehr grün ist. und sehr ruhig und entspannt. keine ästhetischen zwänge. kein veganes bioeis.

man braucht kein auto, alles gibt es in fußweite. die straßenbahnanbindung ist gut (der ökologische fußabdruck vermutlich sehr vorbildlich).

eigentlich alles viel nachhaltiger, intelligenter, toleranter und friedlicher als im anderen potsdam, da drüben auf der anderen seite…

© Daniel Schrödl

von kelten, stühlen und anderen welten (potsdam-schlaatz II).

während sich auf der anderen seite potsdams das aufsteigende bildungs-, kultur- und kreativwirtschaftsbürgertum wohl vernetzt, weltkennend und im höchsten maße tolerant voller flugscham aktiv für die ausrufung des klimanotstandes einsetzt, die kinder in die multilingual vegan solarstromdachgeschützten kita bringt oder nach dem kindercapoeira in der sojareismilcheismanufaktur ablädt…

…geht es im schlaatz etwas rustikaler zu…

die gesellschaftliche polarisation (grün/schwarz versus dunkelrot/blau/braun) und die damit zunehmend aneinander vorbei redenden und handelnden sphären werden deutlich sichtbar.

© Daniel Schrödl

von riesenottern und miniflamingos (potsdam-schlaatz I).

die meisten menschen verbinden mit potsdam bombastische preußenschlösser, schnuggelige innenstadtgässchen, rote holländerhäuschen, prachtvolle parks, ein see hier ein see da, hasso plattner baut zukunftsforschungsinstitute, günter jauch finanziert den wiederaufbau alter fassaden und kirchen und wolfgang joop wohnt auch da irgendwo.

ich arbeite bekanntermaßen in potsdam. finde dieses historisierende getöns etwas too much. und laufe daher öfter mal von meinem arbeitsplatz aus in andere richtungen. nur ein paar hundert meter von meinem büro entfernt befindet sich potsdams brennpunktviertel nummer eins: der schlaatz (slawisch: “vom sumpf umgeben”). eine riesige plattenbausiedlung aus den achtzigern.

es mag zwar etwas trist wirken, aber hier sehe ich mehr leben, geschichten, wahrheit und verborgenheiten als in den aufgehübschten frisch sanierten touristendurchströmten innenstadtgassen…

© Daniel Schrödl

interessanter link: https://www.schlaatz.de/

das musikalische haus.

B_haus mit schallschutz

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auf der baustelle.

© Daniel Schrödl

der letzte freiraum.

© Daniel Schrödl

 

walking down the schillingstraße.

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